Gute Stimmung trotz unterschiedlicher Ansichten

 
 

Thomas Bareiß arbeitet als Praktikant im Kinderhaus Sonnenschein mit

 
     
 
Schwäbische Zeitung

Donnerstag, 20.Dezember 2012

 
     
 

Von Christoph Klawitter

 
     
 

SCHEER - Backen. Tanzen und Mitfeiern: Der Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß (CDU) arbeitete einen halben Tag im Kinderhaus Sonnenschein mit. So konnte er sich aus erster Hand über den Wert der Einrichtung informieren. Bareiß besuchte im Juli schon einmal das Kinderhaus, damals kam es zu einer scharfen Diskussion über das Betreuungsgeld zwischen ihm, Kindergartenleiterin Simone Doser und Bürgermeister Jürgen Wild (die SZ berichtete). Während dem Gespräch hatte Doser Bareiß zur Mitarbeit eingeladen.

 
     
 

Die Kinder vom Kinderhaus Sonnenschein mögen ihren "Praktikant" Thomas Bareiß
Foto: Schwäbische Zeitung, Christoph Klawitter
 
     
 

Jetzt, beim zweiten Besuch, war die Stimmung gelöster, wenngleich die unterschiedlichen Meinungen zum Thema Betreuungsgeld fortbestehen: das wurde bei der Diskussion der drei, zu der sich auch der Scheerer CDU-Stadtverbandsvorsitzende Herbert Stützte gesellte, deutlich, Bareiß ist nach wie vor für das Betreuungsgeld. „Ich möchte diejenigen wertschätzen, die ihre Kinder in den ersten drei Jahren in der Familie großwerden lassen wollen", sagte der Politiker. So hätten die Eltern die Wahlfreiheit, ob sie ihre unter dreijährigen Kinder in die Krippe geben wollten oder nicht.

 
     
 

Beim Betreuungsgeld scheiden sich die Geister

 
     
 

Skeptisch sieht das Simone Doser. Dass ein Kind aus sogenannten sozial schwachen Verhältnissen womöglich von den Eltern nicht in die Krippe geschickt wird, damit die Eltern das Betreuungsgeld einstreichen können - ”diese Ängste habe ich", bekannte Simone Doser. Denn Kinder aus solchen Verhältnissen seien besonders oft auf Förderung in der Krippe angewiesen. " Wenn nur ein Kind davon betroffen ist, ist es schon zu viel, so Doser. Bareiß räumte ein, dass man bei wenigen Fällen so etwas nicht ausschließen könne, grundsätzlich teile er diese Befürchtung aber nicht.

 
     
 

Gerade für Einzelkinder sei der Kontakt mit Gleichaltrigen in der Krippe sehr wichtig, hob Bürgermeister Wild in der Diskussion hervor. Für die Kommune als Krippenbetreiber erschwere das Betreuungsgeld die Personalplanung. Zumal Eltern ab dem nächsten Jahr einen rechtlichen Anspruch auf einen Krippenplatz hätten.

 
     
 

Zuerst mit viel Geld Kinderkrippen einrichten, dann aber mit dem Betreuungsgeld die Eltern fördern, die ihr Kind daheim lassen - „das ist ein Zick-Zack-Kurs". ärgert sich Wild. Seit gut zwei Jahren gibt es nun die Krippe in Scheer, aktuell stehen zehn Plätze für unter Dreijährige zur Verfügung. Dazu kommen 85 Kindergartenplätze. In Sachen Kinderkrippe sei Scheer ein Vorreiter, waren sich die Diskutanten einig. Der Gesetzgeber geht von einem Krippen-Bedarf von einem Drittel pro Jahrgang aus - bei geschätzt 30 Geburten in Scheer pro Jahr stehen derzeit zehn Plätze im Kinderhaus Sonnenschein zur Verfügung. In die Krippe dürfen Kinder ab einem Alter von einem Jahr.

 
     
 

Für seinen Einsatz im Kinderhaus bekam Bareiß ein "Zeugnis". Simone Doser war mit dem ,,Praktikanten" sehr zufrieden: Er habe sich auf die Kinder eingelassen und sich viel Zeit genommen. Ihr Fazit: „ Er ist der ideale Erzieher".

 
     
 

Überreichung der Urkunde durch Bürgermeister Wild und die Leiterin des Kindergartens Frau Doser
Foto: Christoph Klawitter
 
     
     
     
     
 
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