11. September 2012 Dr. Schmidt / Dr. Stützle
 
     
  CDU-Stadtverband Scheer besichtigt das Liebherr Mobilkranwerk Ehingen  
     
  Produkte und Dienstleistungen der Liebherr-Firmengruppe sind weltweit gefragt. Das Liebherr-Werk Ehingen zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fahrzeugkranen. Das Werk wurde 1969 in Ehingen gegründet und seither ständig ausgebaut. Interessierte Mitglieder und Freund des CDU-Stadtverbandes Scheer nutzten die Gelegenheit, an einer Führung durch das Liebherr-Werk Ehingen teilzunehmen. In unserer Region wird Technik entwickelt und gebaut, die die Weltwirtschaft braucht und auch bezahlt. Derzeit werden Mobilkrane auf Rädern mit einer Hubkraft von 1200 Tonnen und Mobilkrane auf einem Kettenlaufwerk mit einer Hubkraft bis 3000 Tonnen gebaut.  
     
 
 
Mobilkran auf Räder - Hubkraft 1200 Tonnen   Mobilkran auf Raupen - Hubkraft 3000 Tonnen
 
     
  Die Liebherr-Werke sind Beispiel einer erfolgreichen schwäbischen Unternehmergruppe. Inzwischen beschäftigt das Familien-Unternehmen mehr als 35.000 Mitarbeiter in über 130 Gesellschaften auf allen Kontinenten. Die derzeitige Dachgesellschaft der Firmengruppe ist die Liebherr-International AG mit Sitz in der Schweiz. Das Werk in Ehingen ist auf Kranfahrzeuge spezialisiert.  
     
  Dem Vorbild seines Vaters folgend, arbeitete Firmengründer Hans Liebherr nach dem zweiten Weltkrieg als Maurer und später als Baumeister im Betrieb der Eltern im schwäbischen Kirchdorf an der Iller. Er hat dort die harte Arbeit auf dem Bau von Grund auf kennengelernt. Die Entwicklung von Baumaschinen zur Erleichterung der schweren Tätigkeiten machte er zu seiner Lebensaufgabe. 1949 konstruierte er den ersten mobilen Kran. Dieser war drehbar und schnell auf- und abbaubar. Bald darauf gründete Hans Liebherr einen eigenen Fertigungsbetrieb. Produktion und Verkauf begannen bereits 1950.  
     
 
  Liebherr ist auch im Bereich Kühlgeräte für den Haushaltsbereich tätig, da früher die Arbeiter auf dem Bau nach gekühlten Getränken nachfragten. So kam der Firmengründer auf die Idee, wenn es die Anderen nicht können, dann machen wir es selbst. Täglich verlassen über 7.000 Kühlgeräte die Produktion. Eine firmeneigene Hotelkette betreibt sechs Hotels der Spitzenklasse. Aus der ehemaligen Kranfertigung des Hans Liebherr in Kirchdorf entstand die heutige Liebherr-Firmengruppe.



Hier werden die Kranen vor der Auslieferung aufgebaut    
 
     
 
Besondere Aufmerksamkeit hat die Entwicklung von riesigen Sonnensegeln auf sich gezogen, die Pilger in Medina in Saudi-Arabien vor den hohen Temperaturen schützen sollen. In Zusammenarbeit mit einem Stuttgarter Architekturbüro sind bereits über 200 großflächige Sonnenschirme für die Beschattung der Piazza der Prophetenmoschee in Medina in Ehingen gebaut und in Saudi-Arabien aufgestellt worden. Jeder der Schirme bietet bis zu 800 Pilgern Schutz vor der sengenden Sonne. Bewegt werden die Schirme elektromechanisch. Sie können in weniger als 15 Minuten aufgespannt oder eingefaltet werden. Der Auftrag für Medina ist abgeschlossen, jetzt richtet sich die Hoffnung bei Liebherr in Ehingen auf einen Auftrag für Mekka.  
    und mit 30 % überbelastet
 
     
  Der Schwerpunkt des Werkes in Ehingen liegt jedoch auf der Fertigung von Kranfahrzeugen unterschiedlicher Baureihen für viele Einsatzbereiche. Die hoch emporragenden Krane auf dem Werksgelände fallen schon von weitem ins Auge. Die ockergelbe Lackierung mit dem schwarzen Logo der Firma ist als Markenzeichen weltweit bekannt. Über 840.000 Quadrat-meter umfasst das Werksgelände. 2800 Mitarbeiter sind in Ehingen beschäftigt. Zahlungskräftige Kundschaft aus aller Welt erwartet technische Spitzenleistung und umfangreichen Service. Die Konkurrenz schläft auch auf diesem Sektor nicht. Liebherr garantiert seinen Kunden, dass im Pannenfall weltweit, der Service innerhalb von 24 Stunden von Ehingen aus garantiert ist und auch funktioniert.  
     
 


In der Relation Größenverhältnis zum Menschen sieht man die Dimension der Maschinen
  Gefertigt wird auf Kundenanforderung. Die Mobilkrane werden in unterschiedlichen Größen und Ausstattungen für verschiedene Einsatzmöglichkeiten hergestellt. Die Fahrzeuge bieten mit derzeit bis zu neun Achsen und speziellen Lenktechniken imposante Einblicke in die Möglichkeiten der Mobilkrane. Auch seitliche Fahrbewegungen und ein ungewöhnlich kleiner Wendekreis sind über einzeln angesteuerte Lenkachsen möglich. Bis zu 80 km pro Stunde können manche der Fahrzeuge mit den mächtigen Reifen auf Straßen erreichen. Teleskopausleger sorgen für große Hubhöhen und Tragkraft. Das Sichern, das sogenannte „Verbolzen“, der Teleskopsegmente, erfolgt automatisch. Für besondere Aufgaben baut Liebherr Gittermast-Krane auf Raupenfahrwerken. Mit einer Hubhöhe von über 200 Metern überragen die Mächtigsten dieser Baureihen das Ulmer Münster.
     
 
     
  Bedarf gibt es unter anderem im Brückenbau, im Bau von Windkraftanlagen und im Ausbau des Stromleitungsnetzes. Auch im Kraftwerksbau und auf Ölplattformen werden diese Krane eingesetzt.  
     
  Helle, gut belüftete Hallen stehen in Ehingen für Produktion und Fertigung zur Verfügung. Regale werden computergesteuert angefahren. „Umfangreiche eigene Lagerhaltung rentiert sich heute aber nicht mehr“, betont Herr Ulmer, der den Führungsteilnehmern interessante Informationen und Details vermittelt. „Nachschub wird je nach aktuellem Bedarf angefordert. Bestellungen erfolgen automatisiert“. Selbst die für diese Betriebsabläufe notwendige Software wird von der Firma Liebherr selbst entwickelt. Von Beginn der Fertigung bis zur Auslieferung der Mobilkrane wird weitgehend selbst gefertigt und auch selbst entwickelt. Unabhängigkeit war bereits für den Firmengründer Hans Liebherr ein wichtiger Punkt. Die Mitarbeiter arbeiten im Akkord. Nachbesserungen gehen zu Lasten der eigenen Arbeitszeit. Hektik und Zeitdruck sind dennoch nicht spürbar, die Fertigungen laufen ruhig und konzentriert ab. Computergesteuerte maschinelle Fertigungsabläufe sind im Produktionsablauf ebenso eingebunden wie zahlreiche handwerkliche Arbeitsgänge. Die Führerhäuser der Mobilkrane werden in reiner Handarbeit verschweißt.  
     
 
Doch Qualitätserhalt beinhaltet auch regelmäßige Wartung der Baugiganten. Enorme Kräfte wirken auf die Baumaschinen ein. Käufer aus allen Teilen der Welt verlassen sich auf einen 24-Stunden-Service der Firma Liebherr. Schneller und weltweiter Kundendienst sei heute ein wichtiger Faktor, betont Herr Ulmer. Niederlassungen der Firma bestehen weltweit, so dass der schnelle Kundenservice gewährleistet ist.




 
    Mehrere Mobilkräne werden für den Aufbau benötigt.
 
     
  Für den zukünftigen Firmennachwuchs stehen vielfältige Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Ausbildung wird sowohl in praktischen Berufsfeldern, als auch in der Kooperation mit Hochschulen bis zum Bachelor-Abschluss angeboten. Die Übernahme der im eigenen Betrieb geschulten und geeigneten Lehrlinge in Arbeitsverhältnisse gehört zur Firmenstrategie.  
     
  Am Ende der Besichtigung gelangt die CDU-Besichtigungsgruppe über das weitläufige Werksgelände zum Ausgang, an dem auch fertig montierte Fahrzeuge das Gelände verlassen, die alle bezahlt sind. Ein nagelneuer Mobilkran wird die Reise an seinen Bestimmungsort demnächst antreten. (Auf unsere Nachfrage: Was verbraucht ein solches Fahrzeug? Antwortete Herr Ulmer lapdar: "Wir bauen hier nur 1 Liter Fahrzeuge, 1 Liter auf einen Kilometer". Die Firma selbst übernimmt die Auslieferung. Ca. 20 Jahre kann das Fahrzeug an wechselnden Einsatzstellen eingesetzt werden und Aufbauarbeit mit schwäbischem Know-How der Liebherr-Gruppe leisten.  
     
   
  Mitglieder der Besuchergruppe auf einem der Giganten. (Foto: Dr.Schmidt)  
     
     
     
     
 
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