Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Sigmaringen, Bestand Dep. 30/1 T 3 und Dep. 30/1 T 4  
     
     
  Überlieferungsgeschichte  
     
  1. Geschichte der Grafschaft Friedberg-Scheer  
     
  Im Jahr 1282 erwarb das Haus Habsburg von den Grafen von Nellenburg die Grafschaft Friedberg. Die Grafschaft reichte westlich bis zur Ostrach, der Grenze zur Grafschaft Sigmaringen, und östlich bis zur Schwarzach; dazu kamen rechts (östlich) der Schwarzach Marbach, Stettberg, der Seelenhof und Buchay. Habsburg verpfändete die Grafschaft aber schon 1315 an Graf Wilhelm von Montfort (den Reichen), dem im Jahr zuvor von Habsburg auch die Herrschaft Scheer, umfassend Schloß und Stadt Scheer sowie Ennetach und Blochingen, versetzt worden war. Beide Pfandschaften wurden 1369 zu einem Pfand vereinigt. Sie bildeten seither eine Einheit, die von der Geschichtsschreibung allgemein als Grafschaft Friedberg-Scheer bezeichnet wird.  
     
  Herzog Leopold III. von Österreich schlug 1386 weitere 1000 fl auf die Pfandschaft, d.h. er erhöhte die Pfandsumme um diesen Betrag.  
     
  1443 übertrug Graf Rudolf von Montfort seinem Schwager Truchseß Eberhard I. von Waldburg Schloß und Stadt Scheer, die Grafschaft Friedberg sowie Bachhaupten, Tafertsweiler, die Mühle zu Scheer und die Gerechtigkeit zu Fulgenstadt, jedoch vorbehaltlich der Rücklösung durch Österreich, nachdem Kaiser Friedrich III. (damals noch als König) bereits im Jahr zuvor dem Truchsessen gestattet hatte, die Grafschaft Friedberg-Scheer pfandweise innezuhaben und die zu ihr gehörigen Stücke und Rechte, soweit sie versetzt waren, zurückzulösen.  
     
  Schon 1446 forderte Herzog Albrecht von Österreich die Pfandschaft zurück. Als sich Truchseß Eberhard widersetzte, wurde er durch Spruch des Markgrafen Jakob von Baden zur Rückgabe verpflichtet.  
     
  Zwar reversierte Hans vom Stein von Ronsberg gegen Herzog Albrecht von Österreich 1447 den Empfang der Grafschaft Friedberg-Scheer mit der Vogtei Sießen sowie Blochingen, Hohentengen und Herbertingen als österreichisches Pfand, aber erst 1449 einigte sich der Herzog mit Hans vom Stein über die Höhe der Pfandsumme und übertrug ihm die Grafschaft als Pfandschaft.  
     
  Am 20. April 1452 überließ Herzog Sigmund von Österreich für 32.000 fl die Grafschaft wieder an Truchseß Eberhard als Pfandschaft, drei Tage später mit Urkunde vom 23. April 1452 als Eigen. 1456 räumte der Pfandinhaber, Ritter Berthold vom Stein, die Grafschaft.  
     
  Bis 1786 blieb die Grafschaft im Besitz der Truchsessen von Waldburg, sieht man von den Jahren 1632 bis 1634 ab, als die Grafschaft mit dem Vordringen des Schwedenkönigs Gustav Adolf während des Dreißigjährigen Krieges nach Süddeutschland vorübergehend in württembergische Hand gekommen war.  
     
  Den Inhabern der Grafschaft Friedberg-Scheer gehörten lange Zeit noch weitere Pfandschaften bzw. Herrschaften in unmittelbarer Nachbarschaft der Grafschaft, die verwaltungsmäßig eng mit dieser verflochten waren: die sogenannten fünf Donaustädte sowie die Herrschaften Bussen, Dürmentingen und Kallenberg.  
     
  Die Donaustädte Munderkingen, Riedlingen, Mengen, Saulgau und Waldsee:  
     
  Im Jahr 1384 versetzte Herzog Leopold III. von Österreich die drei Städte Munderkingen, Riedlingen und Mengen an Truchseß Hans II. und gestattete ihm, die daraus versetzten Rechte und Einkünfte zurückzulösen. Im Jahr 1386 waren auch Saulgau und Waldsee als Pfand von Österreich im Besitz von Truchseß Hans, genauer als Leibgeding für ihn und seine Frau. 1406 schlug Herzog Leopold IV. von Österreich auf die Pfandsumme für die Städte Munderkingen, Riedlingen und Mengen weiteres Geld. 1454 machte Herzog Sigmund von Österreich die fünf Donaustädte zusammen mit der Herrschaft Bussen und den Orten Ellwangen und Winterstetten, die bisher Pfandschaften waren, zu einer erblichen Mannsinhabung, bzw. zu einer "mannserblichen Inhabung"; sie galten nicht mehr als Lehen und es bedurfte keiner Lehenserneuerung. Die Truchsessen sollten sie bis zu ihrem Aussterben im Mannesstamm im Besitz behalten dürfen.  
     
  Die Herrschaften Bussen und Dürmentingen: Im Jahr 1376 wurde der Bussen bzw. die Herrschaft Bussen von Herzog Leopold III. von Österreich an Burkhard von Ellerbach für 4.000 fl verpfändet; ein Jahr später schlug Leopold noch 800 fl darauf. 1386 hatte Truchseß Hans Schloß und Vogtei Bussen als Pfandschaft von Österreich inne und 1387 hatte er einen Vogt auf dem Bussen. 1398 ist Truchseß Hans als Herr auf der hinteren Burg Bussen mit Besitz in Dürmentingen belegt. Im Jahr 1406 schlug Herzog Leopold IV. 9.000 fl u.a. auf die Feste und Herrschaft Bussen, wozu Altheim, Unlingen, Hailtingen, Dentingen und Teile von Offingen gehörten. Aus dem Jahr 1407 ist eine Beschreibung der Grenzen der Vogtei Bussen vorhanden. Seit 1454 war die Herrschaft Bussen eine mannserbliche Inhabung. Spätestens um 1400 hatten die Truchsessen Rechte und Besitz in Dürmentingen. Im genannten Jahr verschrieben sich zwei Bürger von Dürmentingen gegen Truchseß Hans als Herrn der hinteren Burg Bussen als ihrem Herrn und Schirmer. Im Jahr 1441 kaufte Truchseß Eberhard I. von Brun von Hertenstein dessen Güter und Höfe zu Dürmentingen um 1100 fl; 1445 kaufte er zwei Höfe zu Dürmentingen und Altheim. Im Jahr 1447 vereinbarte er mit den "armen Leiten" u.a. zu Dürmentingen, daß sie statt zum Bussen Dienste zu leisten jährliche Gelder auf die Waldburg entrichten. Im Jahr 1452 verkaufte Herzog Sigmund von Österreich an Truchseß Eberhard I. die zum Bussen gehörige Vogtei über die Dörfer Tissen und Dürmentingen, die des Truchseß Eigen waren. Bei der Teilung 1480 zwischen den Truchsessen Eberhard II. und seinem Bruder Andreas, Grafen von Sonnenberg, erhielt ersterer Munderkingen, Riedlingen, die Herrschaft Bussen, Tissen, Bondorf, Allmannsweiler, Lampertsweiler, Dürmentingen und Unlingen sowie die Herrschaft Kallenberg, Andreas aber die Grafschaft Friedberg-Scheer mit der Vogtei Sießen, dem Amt Bachhaupten und der Grafschaft Sargans. 1481, wird ein truchsessischer Amtmann zu Dürmentingen genannt; spätestens zu dieser Zeit gab es also in Dürmentingen eine Amtsverwaltung. Nach dem Tod Eberhards II. 1483 fiel die Herrschaft Dürmentingen seinem Bruder Andreas zu; dieser kaufte dort ein Haus und begründete dort eine eigenständige Herrschaft Dürmentingen, deren Vogt sich spätestens ab 1567 als Obervogt bezeichnete, entsprechend wurde die Herrschaft später auch Oberamt Dürmentingen genannt, sie unterstand aber der Verwaltung in Scheer. Ein Sohn von Truchseß Wilhelm d.J. (+ 1566), Truchseß Karl (+ 1593), hatte die Herrschaften Bussen und Dürmentingen inne; spätestens 1580 war zu Dürmentingen ein Schloß, eine Art Residenz erstellt, das dann Sitz der Amtsverwaltung war und 1919 abgerissen wurde.  
     
 
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  Die Herrschaft Kallenberg: Im Jahr 1381 verkaufte Graf Rudolf von Hohenberg mit der Grafschaft Hohenberg auch die Herrschaft Kallenberg an Herzog Leopold III. von Österreich. Dessen Sohn Leopold IV. verpfändete sie schon 1388 wieder an die Grafen Rudolf von Sulz, Vater und Sohn. Zur Herrschaft gehörten die namengebende Feste Kallenberg bei Buchheim (Landkreis Tuttlingen), der Hof Gründelbuch bei Buchheim, Nusplingen, Obernheim, Dormettingen, Erlaheim und der Hof Bronnhaupten bei Erzingen (alle Landkreis Zollernalbkreis). Im Jahr 1401 löste Truchseß Hans als Schwager von Graf Rudolf von Sulz d.Ä. und mit Zustimmung von Herzog Leopold IV. von Österreich die Herrschaft Kallenberg um 1745 fl aus und brachte sie als Pfandschaft an sich. Im Jahr 1406 schlug Herzog Leopold IV. weiteres Geld darauf.  
     
  Seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gab es langwierige und heftige Auseinandersetzungen mit den Habsburgern um die rechtliche Stellung der waldburgischen Besitzungen an der oberen Donau, die durch umfangreiche Akten im vorliegenden Bestand ihren Niederschlag gefunden haben.  
     
  Bereits die rechtlichen Umstände des Kaufes der Grafschaft Friedberg-Scheer 1452 waren suspekt. Der Verkauf widersprach den habsburgischen Hausverträgen von 1450: Sigmund hätte den Besitz erst seinen Vettern anbieten müssen. Auch wurde das Verhältnis zwischen Sigmund und Truchseß Eberhard ab 1464 wegen der Silberminen in Eberhards Grafschaft Sonnenberg am Arlberg gespannt. Später war Kaiser Friedrich III. über den Verlust von habsburgischen Rechten verärgert, obwohl er noch 1469 die Zusage Herzog Sigmunds von 1454 bestätigt hatte, die an die Waldburger verpfändeten Donaustädte nicht auszulösen, solange der waldburgische Mannesstamm bestehe. Als Herzog Sigmund in seiner Geldnot 1487 mit den Herzögen von Bayern über einen Verkauf Tirols, Vorarlbergs und Vorderösterreichs verhandelte, schritt Kaiser Friedrich dagegen ein und stellte auch die früheren Veräußerungen und Verpfändungen wie den Verkauf der Grafschaft Friedberg-Scheer von 1452 und besonders die Überlassung der Donaustädte als mannserbliche Inhabungen infrage und erklärte die waldburgischen Erwerbungen als erschlichen.  
     
  Seit dem 16. Jahrhundert wurden die Donaustädte, ab Anfang des 17. Jahrhunderts auch die Pfandschaften zu den österreichischen Landtagen gerufen und als Landstände behandelt, das heißt zur österreichischen Steuer gezogen und zu Kriegsdienst gerufen bzw. zu den Kriegskosten herangezogen, während die eigentliche Grafschaft Friedberg-Scheer nicht zu den österreichischen Ständen, sondern zum Schwäbischen Reichskreis gehörte. Dennoch wandten sich nicht nur die Untertanen der Donaustädte und Pfandschaften, sondern auch die von Friedberg-Scheer bei Belastungen und Unterdrückungen an Österreich als ihren vermeintlich eigentlichen Herrn um Hilfe.  
     
  Schließlich mussten die Truchsessen von Waldburg in einem Vertrag von 1680 mit Österreich die Grafschaft Friedberg-Scheer als österreichisches Lehen annehmen, während die Herrschaft Bussen als Mannlehen, genauer als "erbliche Mannsinhabung" bestätigt wurde; die Donaustädte fielen an Österreich zurück. Bei den Vertragsverhandlungen stand auch die Herrschaft Kallenberg auf der Kippe, die Truchsessen durften diese jedoch behalten.  
     
  Ab 1684 war die Grafschaft wegen Überschuldung der Truchsessen von Österreich besetzt und wurde von einem österreichischen Kommissar verwaltet. Diese Besetzung endete durch Verträge von 1695 und 1696 gegen Rückgabe der Herrschaft Kallenberg an Österreich und Aufhebung der Leibeigenschaft im Amt Hohentengen.  
     
  Im Jahr 1708 trat Truchseß Christoph Franz die ebenfalls von Österreich lehenbare Obrigkeit sowie Forst, Wald- und Blutbann im Amt Bachhaupten mit Tafertsweiler und zu Einhart an das Kloster Salem ab.  
     
  Da 1764 mit Truchseß Leopold August bzw. 1772 mit Bischof Franz Karl von Waldburg-Trauchburg die Trauchburger Linie des Hauses Waldburg ausgestorben und die Schulden immer höher geworden waren, verkauften die verbliebenen 4 Linien des Hauses Waldburg am 22. Oktober 1785 die Grafschaft mit den Herrschaften Bussen und Dürmentingen an Fürst Carl Anselm von Thurn und Taxis. Nachdem die verschiedenen Linien des Hauses Waldburg zwischen Februar und April 1786 dem Verkauf zugestimmt hatten, übergab eine truchsessische Kondominatskommission die Besitzungen am 27. Juli 1786 einer Thurn und Taxisschen Kommission zu Scheer. Schließlich bestätigte Kaiser Josef II. am 16. Juli 1787 den Kauf und übergab die bisherigen Herrschaften als freie, gefürstete Grafschaft Friedberg-Scheer am 5. November 1787 dem Fürstlichen Hause Thurn und Taxis als Lehen.  
     
 
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  2. Verwaltungsgeschichte  
     
  Die Truchsessen von Waldburg versuchten, ihr Territorium an der oberen Donau verwaltungsmäßig als Einheit zu behandeln, obwohl die historische Herkunft der einzelnen Bausteine des Territoriums in der Verwaltungsstruktur nachwirkte.  
     
  Unterhalb der in Scheer angesiedelten Zentralsphäre der Administration - hier residierten in der Regel die Inhaber der Grafschaft, hier trat das Hofgericht zusammen, und hier trafen die höchsten Amtsträger ihre Entscheidungen - war das Gebiet verwaltungsmäßig entlang der Schwarzach in zwei Teile geteilt:  
     
  1) die obere Grafschaft Friedberg, in der die Ämter Hohentengen, Bachhaupten und Sießen besondere Einheiten darstellten, und die Herrschaft Scheer mit der Stadt Scheer und den Dörfern Ennetach und Blochingen. Sitz der Verwaltung dieses (oft auch nur als obere Grafschaft bezeichneten) Teils war Scheer, deshalb auch die Bezeichnung in den Quellen als Oberamt Scheer.  
     
  2) die untere Grafschaft Friedberg, die Allodialherrschaft Dürmentingen und die Mannsinhabung Bussen. Sitz der Verwaltung dieses (oft auch nur als untere Grafschaft bezeichneten) Teils war Dürmentingen, wo die Truchsessen eine Kanzlei mit einer eigenen Registratur unterhielten, deshalb auch die Bezeichnung Oberamt Dürmentingen in den Quellen. Für die untere Grafschaft wurden auch gesonderte Verhörtage gehalten.  
     
  Die Strukturen der Landesverwaltung wurden in der zweiten Hälfte des 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschaffen; in ihren Grundzügen blieben sie bis zur Veräußerung der Grafschaft an das Haus Thurn und Taxis konstant, wenn auch die Bezeichnung einzelner Ämter wiederholt wechselte.  
     
  An der Spitze der oberen Grafschaft stand der Obervogt, dem wir im 18. Jahrhundert auch als Oberamtmann oder als Premier Beamt begegnen. Ihm war ein Untervogt zur Seite gegeben, dessen Amt im 18. Jahrhundert jedoch verschwindet.  
     
  Aus dem Hofschreiber entwickelte sich das Amt des Sekretärs, der als Leiter der Kanzlei, in welcher außerdem noch ein Amtsschreiber, ein Amtsknecht und - seit Anfang des 17. Jahrhunderts - ein Registrator tätig waren, zeitweise den Titel eines Kanzleiverwalters trug.  
     
  Den ökonomischen Bereich dirigierte unter der Aufsicht des Obervogts/Oberamtmanns der Rentmeister, der in den Quellen des 18. Jahrhunderts auch als Landschreiber zu greifen ist. Häufig verwaltete er zugleich als Landschaftskassierer die Landschaftskasse. In der Hierarchie des Ökonomiewesens folgte ihm der Rentschreiber, der auch als Kastenvogt bezeichnet wurde und für die unmittelbare Kontrolle des Fruchtkastens und die Führung der Rechnungsbücher verantwortlich war. Auch hatte er die direkte Oberaufsicht über die herrschaftlichen Ökonomieeinrichtungen: den Bauhof, der von einem Baumeister geleitet wurde, das Bräuhaus, die Ziegelhütte und die Mühlen. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden diese vielfältigen Aufgaben auf zwei Amtsträger aufgeteilt: den Kastenvogt, dem wir nun als Ökonomierat begegnen, unterstützte jetzt, ihm untergeordnet, ein Revisor. Den Einzug der Abgaben und Gefälle besorgten vereidigte Landgarber, Zehntgänger sowie Steuer- und Mühlenmeister; größere Sammelstellen für Landgarben und andere Naturalleistungen waren außer im Scheerer Bauhof in Herbertingen und Hohentengen, wo jeweils ein Scheuermeister bzw. Scheuerammann saß, sowie in Dürmentingen beim dortigen Rentamt eingerichtet.  
     
  Im 17. Jahrhundert war die Hofverwaltung von der Territorialverwaltung getrennt und wurde von einem Hofmeister, dem ein Burgvogt unterstellt war, geleitet. Im 18. Jahrhundert wurden offensichtlich beide Ämter wieder abgeschafft; die unmittelbare Hofverwaltung wurde nun unter der Oberaufsicht der höchsten Beamten in der Territorialadministration von subalternem Personal besorgt.  
     
  Die für die untere Grafschaft zuständige Kanzlei in Dürmentingen wurde vom dortigen Obervogt/Oberamtmann geleitet, der im 17. und 18. Jahrhundert auch den Titel eines Kanzleiverwalters trug. Das ihm untergeordnete Personal bestand aus einem Rentmeister bzw. Kastenvogt, einem Amtsschreiber und einem Amtsknecht.  
     
  Insgesamt unterstand das Oberamt Dürmentingen dem Scheerer Oberamt, auch wenn die Identität der Titel eine Gleichstufigkeit der Verwaltungsebene suggeriert. Die Dürmentinger Beamten erhielten Weisungen aus Scheer.  
     
  Der Obervogt zu Dürmentingen saß wie alle hohen Beamten im Rat des Truchsessen, der offensichtlich erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts den Charakter eines collegium formatum annahm und bis dahin nur eine lose Vereinigung truchsessischer Räte und Räte von Haus aus gewesen war. Der als festes Gremium etablierte Rat bestand nunmehr aus dem Oberamtmann, dem Kanzleiverwalter zu Dürmentingen, dem Landschreiber, einem Hofrat und dem Ökonomierat.  
     
  Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts war das Forstwesen aus der allgemeinen Verwaltung ausgegliedert und wurde von zwei Forstmeistern mit Sitz in Scheer und Dürmentingen geleitet.  
     
  In der Lokalspähre treffen wir, sowohl in der Stadt Scheer als auch auf den Dörfern, den Ammann an, dessen Einsetzung erst nach langen Auseinandersetzungen mit den Untertanen für beide Bereiche im Jahr 1686 endgültig in der Weise geregelt wurde, dass er im Beisein und mit Zustimmung des Oberamts von der jeweiligen Gemeinde gewählt wurde. Besondere Bedeutung hatte der allen (Unter-)ammännern seines Amts übergeordnete Landammann zu Hohentengen (bzw. im Diengau) als Vorsitzender des mit dem Blutbann ausgestatteten Freigerichts Hohentengen, der aber weiterhin von der Herrschaft ernannt wurde. Die typischen dörflichen Ämter wurden von gewählten Amtsträgern versehen.  
     
 
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  3. Archivgeschichte  
     
  Zwar wurden Ende des 17. Jahrhunderts Versuche zur Repertorisierung der in Scheer verwahrten Urkunden, Akten und Amstbücher in größerem Ausmaß unternommen, doch gab es bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts keine Registraturordnung und keine Grundsätze für die Schriftgutablage. Auch in Dürmentingen fehlte eine Registratur. Dort wurden Amtsbücher, Akten und Einzelschriftstücke unsystematisch abgelegt, teils nach sachlichen, teils nach topographischen Begriffen. Wichtige Dokumente mußten nach Scheer in die dortige Kanzlei geschickt werden, wo sie mit Scheerer Provenienz vermischt wurden. Auf diese Weise erklären sich die im vorliegenden Bestand befindlichen Stücke, die zu Dürmentingen entstanden sind, während die Masse des Schriftguts der Dürmentinger Kanzlei im Bestand "Dep. 30/13: Herrschaft Dürmentingen-Bussen" liegt.  
     
  Erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist ein Archivar für die Grafschaft Friedberg-Scheer nachweisbar. Der Archivar und Hofrat Josef Franz Xaver Epplen trennte um 1780 das ältere Schriftgut von der laufenden Registratur und separierte das Urkundenarchiv. Er ging zunächst an die Urkunden und ordnete und verzeichnete sie in acht Hauptgruppen; das Ergebnis war ein zweibändiges Repertorium mit Registerband von 1786. Zur Verzeichnung der Akten kam Epplen, der 1786 auch eine "Geschichte des Friedberg-Scheer'schen Archivs" (FZA, Haus- und Familiensachen, 758) verfaßte, nicht mehr, doch finden sich in seinem Repertorium auch Stücke, die jetzt bei den Akten liegen, sowie Karten und einzelne Amtsbücher.  
     
  Im Kaufvertrag von 1786 verpflichteten sich die Verkäufer, die Truchsessen von Waldburg, die Archive und Registraturen in Scheer und Dürmentingen an den Erwerber, das fürstliche Haus Thurn und Taxis, abzutreten, das seinerseits das Schriftgut, das das Haus Waldburg allein berührte, wieder zurückzugeben hatte. Zurückgegeben wurden u.a. weitgehend die in der ersten Hauptabteilung Epplens mit dem Titel Acta Familiae beschriebenen Dokumente sowie die in der Abteilung Cameralia zusammengefassten Schuldverschreibungen, Quittungen, Bürgschaften und Schadlosbriefe. Zum großen Teil gelangten die ausgefolgten Stücke in das Senioratsarchive der Truchsessen von Waldburg. Die im vorliegenden Bestand enthaltenen Acta Familiae dürften damals teils nicht geordnet, teils mit anderen Akten verbunden gewesen sein.  
     
  Von den Abgaben an die Waldburger abgesehen, blieb das Archiv auch nach 1786 im Schloß Scheer. Die Akten wurden teilweise weitergeführt. Sie dürften nach dem kurz zuvor für das Urkundenarchiv entwickelten Aktenplan abgelegt worden sein. In den Dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts nahm der Renovationssekretär Hauff Erschließungsarbeiten an den Akten vor und brachte das Urkundenselekt wieder in Ordnung. Im Jahr 1862 wurde das Thurn und Taxissche Rentamt Scheer nach Ostrach verlegt, das Archiv blieb in Scheer und wurde im Winter 1878/79 nach Obermarchtal verbracht. Dort führte man die Archive aller Thurn und Taxisschen Besitzungen in Oberschwaben zusammen, wobei man das Archivgut in so genannte Reposituren (Ablagen) gliederte. Insgesamt gab es zwölf Reposituren, die mit R oder Rep. abgekürzt wurden. Größere nach Obermarchtal verbrachte Archive konnten bis zu drei Reposituren umfassen. Die Überlieferung der Grafschaft Friedberg-Scheer und des Thurn und Taxisschen Oberamts Scheer bildete die Reposituren I (Urkunden und Akten) und II (Akten).  
     
  Gegen Ende der 1920er Jahre beabsichtigte der fürstlich Thurn und Taxissche Archivar Dr. Stail, das ganze Archiv Obermarchtal zu verzeichnen. Überwiegend beschäftigte er sich dabei mit dem vorliegenden Bestand, den er in Form einer Kartei verzeichnete. Stail behielt die Hauptgruppen im Urkundenrepertorium Epplens für die Akten und Amtsbücher bei, wobei er die Serienakten und die Amts- und Kontraktenprotokolle nach Möglichkeit zusammenfasste.  
     
  1952 wurde das Thurn und Taxissche Archiv als Depositum in das Staatsarchiv Sigmaringen verbracht.  
     
  Wie die Altsignaturen mit Angaben von Kasten, Lade und Nummer (z.B. K. I L. 4 Nr. 10) belegen, waren die Urkunden ursprünglich in Archivkästen bzw. Truhen mit Schubladen untergebracht. Auch einzelne Akten waren in Archivkästen mit Schubladen gelagert. Bei den übrigen Akten finden sich Lokaturen aus Kasten, Fach und Nummer (z.B. K. IV F. 4 Nr. 8). Die im Vergleich zu den Urkunden für die Herrschaft weniger wichtigen und umfangreicheren Akten waren also wohl in Schränken mit Fächern aufbewahrt worden.  
     
  Die Lokaturen entsprechen der Reihenfolge der alten Gliederung; sie wurden also erst vergeben, nachdem das Schriftgut verzeichnet und entsprechend dem Aktenplan gelegt worden war. Die Lokaturen auf den Urkunden wurden schon von Epplen angebracht. In den Urkundenbestand wurde später, wohl um 1830 von dem genannten Hauff, weiteres Schriftgut eingefügt. Um an der jeweiligen Stelle Platz zu gewinnen, hat er das vorhandene Schriftgut nach Bedarf weitergerückt und die Lokaturen berichtigt bzw. überschrieben.  
     
  Vochezer zitiert in seiner 1876 begonnenen "Geschichte des fürstlichen Hauses Waldburg in Schwaben" die Urkunden und was sonst im Urkundenrepertorium von Epplen aufgeführt ist, nach Lokaturen, bei dem sonstigen Schriftgut aber gibt er als Quelle jeweils nur pauschal "Original im Thurn und Taxisschen Archiv in Scheer" an; das bedeutet, es trug noch keine Lokaturen und war nicht verzeichnet. Allerdings dürften die Akten schon damals weitgehend nach der von Epplen entwickelten Systematik gelegen haben. Die vollständige Ordnung der Akten und die Vergabe der Lokaturen erfolgte offensichtlich erst 1929 bis 1930 durch Dr. Stail.  
     
  Als das Thurn und Taxissche Archiv Obermarchtal im Jahr 1952 als Depositum in das Staatsarchiv Sigmaringen verbracht wurde, verpackte das Staatsarchiv die Akten zu Paketen von jeweils 20 cm und nummerierte sie innerhalb der jeweiligen Repositur durch. Einzelne Akten kamen in hölzernen Archivkästen (teils 1,40 m hoch, 1,30 m breit, mit 6 Laden, teils 1 m breit und 0,60 cm hoch, mit 4 Laden und zum Flüchten geeignet) aus Obermarchtal in das Staatsarchiv. In den 1970er Jahren wurden sie regalfertig verpackt, indem man aus ihnen die so genannten Ergänzungspakete bildete, auf die unter der Altsignatur als Erg.-Pk. hingewiesen wird.  
     
  Für die diversen Rechnungen war ein ausführliches Lose-Blatt-Verzeichnis nach Lagerfolge vorhanden; es wurde sicher erst um 1952 gemacht, wohl sogar erst im Staatsarchiv Sigmaringen; es ist dem vorliegenden Bestand unter der Bestellnummer 3622 beigegeben.  
     
  Die nach 1786 an die Waldburger ausgefolgten Schriftstücke befinden sich heute - soweit sie die Kassationen des Wurzacher Archivars Schabet überdauerten - im Waldburgischen Gesamtarchiv auf Schloß Zeil. Weiteres Schriftgut der Provenienz Friedberg-Scheer liegt im Thurn- und Taxisschen Zentralarchiv Regensburg (FZA) und im Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Bestand B 89 (Herrschaft Friedberg-Scheer) und Bestand H 172 (Lagerbücher der Grafen und Truchsessen von Waldburg).  
     
  Wegen der besonderen Rechtsbeziehungen der Grafschaft Friedberg-Scheer und des angrenzenden übrigen waldburgischen Besitzes zu Österreich ist einschlägiges Schriftgut zur Geschichte dieses Gebietes in der im Tiroler Landesarchiv Innsbruck, im Hauptstaatsarchiv Stuttgart und im Generallandesarchiv Karlsruhe verwahrten vorderösterreichischen Überlieferung zu erwarten.  
 
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  Inhalt  
     
  Bearbeiterbericht  
     
  Die Urkunden der Grafschaft Friedberg-Scheer wurden 1983 bis 1985 von Robert Kretzschmar verzeichnet; darüber liegt ein gedrucktes Inventar vor (vgl. Literaturverzeichnis). Im Zuge seiner Verzeichnungsarbeit ordnete Kretzschmar zahlreiche Stücke, die um 1960 zu den Urkunden genommen und mit dem Ausstellungsdatum signiert worden waren, wieder den Akten zu (darunter auch einige von ihm irrtümlich in seinem Repertorium als vermisst angegebene Stücke). Die Amtsbücher wurden vom Unterzeichner 1985 bis 1987 verzeichnet; die Amtsbücher bis 1806 bilden den Bestand Grafschaft Friedberg-Scheer, die ab 1807 den Bestand Rentamt Scheer. Der letztere Bestand sowie die Amtsbücher ab 1787 des erstgenannten Bestandes wurden an das Thurn und Taxissche Zentralarchiv abgegeben. Bei den Akten begannen Birgit Kirchmaier und der Unterzeichnete 1991 mit den Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten, nachdem Gabriele Kramer 1983 bis 1985 die Pakete 1 bis 53 bearbeitet hatte (Bestellnummer 1-250, 1905-1985). Birgit Kirchmaier bearbeitete die Pakete 54 bis 196 (Bestellnummer 251-1627), der Unterzeichner die Pakete 197 bis 316 (Bestellnummer 1628-1904, 1986-3622). In den Paketen 300 bis 303 war bisher nicht verzeichnetes Schriftgut enthalten; es waren meist Einzelstücke oder kleine Einheiten, zeitlich und inhaltlich ohne Zusammenhang und Ordnung. Der Unterzeichnete versuchte, sie inhaltlich zusammenzufassen, und konnte öfters Zusammenhänge herstellen. Bei diesen Einzelstücken konnte unter Vorsignatur nur die Repositur und das Paket eingetragen werden (z.B. R. II Pak. 300). Die Landesarchivdirektion ordnete 1993, als die Verzeichnungsarbeiten schon weit fortgeschritten waren, an, dass die Akten nach 1786 einen eigenen Bestand bilden sollten. Das Schriftgut des vorliegenden Bestandes reicht deshalb zeitlich bis 1786, das heißt. solange die Grafschaft im Besitz der Truchsessen von Waldburg war. Akten, die das Stichjahr überschritten, wurden nach Möglichkeit getrennt. Das Schriftgut von 1787 bis 1806 bildet den Bestand Thurn- und Taxissches Oberamt Scheer und wird an das Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv Regensburg abgegeben. Bei der Gliederung wurden die von Stail vorgegebenen Haupt- und Untergruppen im wesentlich beibehalten. Um die reine Verwaltung von den Außenbeziehungen abzugrenzen, wurde die Hauptgruppe 3 Verwaltung gebildet. Die Hauptgruppe Feudalia wurde aufgelöst; die Lehenssachen finden sich in 2, 5 und 8. Die Hauptgruppe Forestalia bildet nun eine Untergruppe bei 5 Kameralia und Forestalia. In der neugebildeten Hauptgruppe 9 Rechtspflege sind Allgemeines, Straf-, Zivilsachen und bürgerliche Beurkundungen zusammengefaßt. In den Akten finden sich des öfteren Abschriften von Urkunden, die bei Kretzschmar regestiert sind; in diesen Fällen ist im Text auf die Regesten-Nummer hingewiesen; außerdem ist diesem Verzeichnis eine Liste dieser Regesten mit Verweis auf die jeweilige Akte beigegeben. Der Orts- und Personenindex wurde vom Unterzeichneten gefertigt. Die EDV-Erfassung der Titelaufnahmen und des Index besorgte Margareta Graf. Holger Fleischer besorgte die EDV-Arbeiten bei der Sortierung der Titelaufnahmen nach Klassifikation sowie der Erstellung der Konkordanzen und Indizes. Der vorliegende Bestand Dep. 30/1 T 3 umfaßt 3.624 Einheiten im Umfang von 50 lfd.m.  
     
  Sigmaringen, im Mai 2001  
     
  Adam    
     
 
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  Geschichte der Grafschaft Friedberg-Scheer seit ihrem Übergang an das Haus Thurn und Taxis  
     
  Nachdem die Grafschaft Friedberg-Scheer sich seit 1452 in der Hand der Truchsessen von Waldburg befunden hatte, veräußerten diese sie aufgrund ihrer hohen Verschuldung im Jahr 1786 an die Fürsten von Thurn und Taxis. Als Reichsfürsten waren die Fürsten von Thurn und Taxis daran interessiert, ein ihrem Rang entsprechendes Territorium zu erwerben, was ihnen mit dem Ankauf der Grafschaft Friedberg sowie der Herrschaften Scheer, Dürmentingen und Bussen auch gelang. Die Verkaufssumme betrug 2 100 000 fl. Im darauf folgenden Jahr bestätigte Kaiser Joseph II. den Kauf, erhob die bisherige Grafschaft mit den zugehörigen Herrschaften zu einer gefürsteten Grafschaft und belehnte im selben Jahr Fürst Karl Anselm von Thurn und Taxis mit ihr.  
     
  Übernommen wurden an Lokalbehörden das Ober- und Rentamt zu Scheer, zuständig für die obere Grafschaft Friedberg und die Herrschaft Scheer, sowie das Ober- und Rentamt zu Dürmentingen, zuständig für die untere Grafschaft und die Herrschaften Dürmentingen und Bussen, später auch für die 1789/90 erworbenen Ritterschaften Grundsheim, Göffingen und Heudorf. Die Ober- und Rentämter waren in ihrem Bezirk zuständig für Justiz, Verwaltung und Kameralien. Eine klare Trennung der Rentämter von den Oberämtern erfolgte 1803. Die Ober- und Rentämter waren einer fürstlichen Regierung unterstellt, die 1786 geschaffen wurde. Die Regierung unterstand einem Regierungspräsidenten und hatte zunächst noch keinen festen Sitz, sondern arbeitete dort, wo der Fürst sich befand, so auch 1787 in Scheer. 1791 nahm sie ihren festen Sitz in Regensburg, 1804 schließlich in Buchau.  
     
  Das Jahr 1806 brachte dem Haus Haus Thurn und Taxis den Verlust der Souveränität über die Grafschaft, die unter württembergische Staatshoheit gelangte. Thurn und Taxis blieb Standesherrschaft. Sowohl in Dürmentingen als auch in Scheer blieben ein Pratrimonialamt und ein Rentamt bestehen.  
     
     
     
  Bestandsgeschichte (vgl. Einleitung zu Dep. 30/1 T 3)  
     
  So wenig die Grafschaft Friedberg-Scheer ihren Rechtscharakter veränderte, so wenig wurde für die nun thurn und taxisschen Behörden eine eigene Registratur bzw. ein eigenes Archiv gebildet. Der vorliegende Bestand verblieb mit dem Rest des Archivs der Grafschaft Friedberg-Scheer in Scheer. Auch als das bis dahin noch verbliebene Rentamt Scheer 1862 nach Ostrach verlegt wurde, behielt das Archiv seinen Standort. Erst im Winter 1878/79 wurden sämtliche Archive, die Thurn und Taxis zugleich mit den Herrschaften in Oberschwaben erworben hatte, in Obermarchtal zentriert. Sie wurden dort in sogenannte Reposituren gegliedert, wovon die Grafschaft Friedberg-Scheer die Reposituren I und II belegte. Schließlich begann Ende der 1920er Jahre der thurn und taxissche Archivar Dr. Stail mit der Verzeichnung der Akten des vorliegenden Bestandes. Er übernahm hierfür die Hauptgruppen des Urkundenrepertoriums von Epplen. Bei seiner Verzeichnung in Karteiform faßte er Serien zusammen. Die bis zur vorliegenden Verzeichnung gültige Signatur (bzw. Lokatur) erhielten die Akten in Obermarchtal.  
     
  1952 gelangten die in Obermarchtal zentrierten thurn und taxisschen Archive als Depositum ins Staatsarchiv Sigmaringen. Dabei wurden die Akten aus ihren Fächern genommen und in mehr oder weniger handliche Pakete zusammengeschnürt. Für die Bestellung einer Akte im Staatsarchiv Sigmaringen mußte bislang die gesamte Lokatur samt neuer Paketnummer und Bestandsbezeichnung angegeben werden, z.B. Dep. 30 Rep. II Pk. 120 K. II F 5 Nr. 3.  
     
  Archivalien gleicher Provenienz finden sich im Fürst Thurn und Taxis Archiv in Regensburg, im Bestand Wü 64/7 des Staatsarchives Sigmaringen und im Bestand B 89 des Hauptstaatsarchives Stuttgart.  
     
 
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  Bearbeiterbericht  
     
  1991 begannen Josef Adam und die Unterzeichnete mit der Verzeichnung des gesamten Aktenbestandes der Grafschaft Friedberg-Scheer, zu dem Gabriele Kramer bereits Vorarbeiten geleistet hatte. Es wurden dabei die Akten aussortiert, die nach 1806, also nach Verlust der Souveränität an Württemberg, angefallen waren. Sie wurden in einem eigenen Findbuch erschlossen. Später jedoch mussten die Akten gemäß Anordnung der Landesarchivdirektion von 1993 nach einem anderen Stichjahr getrennt werden, nämlich 1786 als dem Übergangsjahr an Thurn und Taxis. Dabei waren die schon verzeichneten Akten ebenfalls zu berücksichtigen. Es mussten gegebenenfalls Akten getrennt und Titelaufnahmen abgeändert werden. Auch die Signierung der Archivalien war nicht unproblematisch. Bei dem vorliegenden Bestand handelt es sich um den seit 1786 angefallenen Bestand mit thurn und taxisscher Provenienz. Er umfasst 18 lfd.m in 1768 Verzeichnungseinheiten.  
     
  Bestellnr. 1 - 675 wurden von der Unterzeichneten erfasst, Bestellnr. 676 – 1768 von Herrn Adam. Die Klassifikation wurde von Dep. 30/1 T 3 übernommen und soweit notwendig an den Bestand angepasst. Die Endredaktion erledigte die Unterzeichnete.  
     
  Die EDV-Erfassung der Titelaufnahmen besorgte Margareta Graf, während die übrigen und abschließenden EDV-Arbeiten von Holger Fleischer übernommen wurden.  
     
  Sigmaringen, im Juli 2002  
     
  Birgit Kirchmaier  
     
     
     
  Literatur  
     
  Beschreibung des Oberamts Saulgau. Hg. von [J. D. G.] MEMMINGER. 1829.  
     
  Beschreibung des Oberamts Riedlingen. Hg. vom Württ. Statistischen Landesamt. Zweite Bearbeitung. 1923.  
     
  W. Bleicher: Aus der Geschichte des Kreisgebietes. In: Der Kreis Saulgau. 1971 (Heimat und Arbeit). S. 119 - 179.  
     
  W. Bleicher: Chronik der ehemaligen Residenzstadt Scheer/Donau. 1989.  
     
  W. Bleicher: Schwäbische Kunde. Aus der Geschichte des Kreises Saulgau. 37 Bde. Mschr. 1969 - 2000.  
     
  G. Heberle: Der Übergang der Grafschaft Friedberg-Scheer vom Hause Waldburg an das Haus Thurn und Taxis. Mschr. Zulassungsarbeit an der Universität Freiburg für das Lehramt an Gymnasien. 1968.  
     
  F. Herberhold: Das fürstliche Haus Thurn und Taxis in Oberschwaben. Ein Beitrag zur Besitz-, Verwaltungs- und Archivgeschichte. In: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 13 (1954) S. 262 - 300.  
     
  R. Kretzschmar: Fürstlich Thurn und Taxissches Archiv Obermarchtal, Grafschaft Friedberg-Scheer - Urkundenregesten 1304 - 1802. 1993 (Inventare der nichtstaatlichen Archive in Baden-Württemberg 18).  
     
  Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg. Bd. 7. 1978; Bd. 8. 1983.  
     
  Der Landkreis Biberach. Bearb. von der Abteilung Landesbeschreibung des Staatsarchivs Sigmaringen. Hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Biberach. 2 Bde. 1987 und 1990 (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg)  
     
  A. Lohner: Geschichte und Rechtsverhältnisse des Fürstenhauses Thurn und Taxis. 1895.  
     
  J. Richter: Der Niedergang der Reichserbtruchsessen und Grafen von Friedberg-Scheer im 17. und 18. Jahrhundert. Mschr. Zulassungsarbeit an der Universität Tübingen für das Lehramt an Gymnasien. 1986.  
     
  J. Richter: Der Niedergang der Reichserbtruchsessen von WaldburgFriedberg-Scheer im 17. und 18. Jahrhundert.
In: Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte 26 (1990) S.165 - 232.
 
     
  E. Senn: Inventar der hohenzollerischen Bestände der Fürstlich Thurn und Taxisschen Archive in Regensburg und Obermarchtal (1939).  
     
  J. Vochezer: Geschichte des fürstlichen Hauses Waldburg in Schwaben. 3 Bde. 1888-1907.  
     
  M. Zürn: "Ir aigen libertet" - Waldburg, Habsburg und der bäuerliche Widerstand an der oberen Donau 1590 - 1790.
1998 (Oberschwaben - Geschichte und Kultur 2).  
 
     
     
     
 
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