1289 Scheer erhält die Stadtrechte  
     
 

In den Jahren 1241–1258 wurden mehrere Städte im Umkreis von Scheer gegründet, Sigmaringen, Saulgau, Meßkirch, Riedlingen, Mengen und Ehingen.

Es wird vermutet, dass auch Scheer in dieser Zeit die Freiburger Stadtrechte erhielt.
Spätestens Ende des 13. Jahrhunderts - die Burg auf dem Felssporn stand bereits - wurde Scheer von den Habsburgern zur Stadt erhoben.

Im Jahre 1289 wurden Scheer durch „König Rudolf von Habsburg“ die Stadtrechte bestätigt.

König Rudolf von Habsburg
 1273–1291

Das alte Wappen der Habsburger
in der Stumpfschen Chronik
 
     
     
  18 Jahre später, 1278 bildete sich nach der Neuordnung des Herzogtums Schwaben durch König Rudolf von Habsburg eine Dynasten Opposition
Diese ging kriegerisch gegen den König vor. Jedoch schon 1281 stellte der erste römisch-deutsche König, Rudolf von Habsburg, die Ordnung wieder her, so dass im Herbst der „oberschwäbische Landfriede“ verkündet werden konnte. So kaufte er verschiedene Herr- und Grafschaften im Gebiet der Donau und der Schwäbischen Alb zusammen - unter anderem Sigmaringen und (gleich nördlich davon) Veringen. Danach nutzte der König die wachsende Verschuldung des Adels zum Ankauf niedergehender Adelsgeschlechter und deren Herrschaftsbereiche und Güter. So kaufte der König 1282 „Tiengowe und Ergowe“ (Diengau und Eritgau) und die Dörfer Hohentengen und Blochingen, sowie die Burg Friedberg z. B. für 1280 Mark. Nach der Burg „Vriedeberch“ trug das Gebiet fortan die Bezeichnung Friedberg.
 
     
     
 

Beendigt nach langem, verderblichem Streit
War die kaiserlose, die schreckliche Zeit,
Als Rudolf von Habsburg den Thron bestieg.
Jetzt feiert das Recht über Willkür den Sieg:

Vorbei war der Mächtigen Tyrannei,
Vorbei Unterdrückung und Räuberei.
Den König von Böhmen, Herrn Ottokar,
Den zwingt er zum Lehenseide sogar,
Und schlägt ihn, der keck sich entgegen ihm stellt,

Auf dem Marchfelde schwer, wo Ottokar fällt.
Auch Württembergs kampflust’ger Eberhard
Nun Friede zu halten gezwungen ward.
Ohn’ Furcht stets war Rudolf, ein tapferer Mann,
Und als er nun fühlte, der Tod nah’ heran:

Da stieg er, nach Speier zu reiten, zu Pferde,
Damit in dem Dome begraben er werde.

 

Nach Rudolfs Tode fiel die Wahl
Der Fürsten – sieben an der Zahl –
Auf Adolf, Graf von Nassau, der
Ein tapferer aber armer Herr

An solche Ehre kaum gedacht.
Jedoch da ihm des Hauses Macht
Und Anseh’n fehlt für seine Würde,
So ward die Krone ihm zur Bürde.
Durch schlechte Mittel, bar der Ehren,

Sucht seine Hausmacht er zu mehren:
Da ward er wieder abgesetzt
Und Rudolfs Sohn gewählet jetzt.
Bei Gellheim auf dem Hasenbühl
Kam’s dann zur Schlacht und Adolf fiel

Im Heldenkampf – wie Ein’ge sagen –

 
     
 
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  König Rudolf von Habsburg selbst war es, der ums Jahr 1280 die schwäbischen Landestrümmer wieder sammelte und zusammenfügte. Er wollte das Herzogtum Schwaben neu einrichten.
Auch einen Stammsitz für die schwäbischen Herzöge hatte er sich schon ausgedacht: Auf dem Gipfel des Bussen (gleich östlich von Riedlingen an der Donau) sollte die herzogliche Burg gebaut werden. Das neue Herzogtum war allerdings kleiner als das einstige und glich eher der historischen "Oberen Landvogtei Schwaben". So sprach man alsbald vom "Herzogtum Oberschwaben".
 
     
  Die Donau war König Rudolf als Verbindungsweg zum Herzogtum Österreich sehr wichtig; dieses nämlich wurde von seinem Sohn Albrecht regiert.  
     
     
  1285 brach der Dynastenaufstand erneut aus
Es waren neben dem Grafen Eberhardt von Württemberg weitere 15 Grafen beteiligt, darunter auch Graf Ulrich von Bregenz-Sigmaringen.
Ob auch sein Bruder, der Scheerer Graf Hugo III. in die Fehde verwickelt war, in deren Verlauf die Montforter Besitzungen verwüstet wurden, ist unbekannt. Im darauf folgenden Jahr führte der König persönlich den Kampf an und im November 1286 wurde versucht den Krieg mit einem Frieden zu beenden.
Im Juli 1287 erschien der König wieder in Schwaben und unterwarf neben dem Grafen von Württemberg unter anderem die Grafen von Tübingen, von Montfort und Helfenstein.
Nach dem Waffenstillstand vom 6. September beurkundete König Rudolf von Habsburg am 23. Oktober in Scheer, dass sein Kanzler, der Erzbischof Heinrich II. von Mainz zwischen ihm und dem Grafen Eberhard von Württemberg eine Sühne zustande brachte. Der Aufenthalt des Königs in Scheer lässt vermuten, dass sich Graf Hugo III. als Verwandter des Königs nicht an den Kämpfen beteiligt hatte.
Am 2. November 1287 schenkte Graf Hugo ein Gut zu Reppersweiler an das Kloster Habsthal. Dies war seine letzte Amtshandlung.
 
 
     
     
 
Im Jahre 1287 verkaufte Graf Hugo III. seine Herrschaft Scheer an die Habsburger.
Aus den Aufzeichnungen über den habsburgischen Besitz ist ersichtlich, dass König Rudolf von Habsburg mit der Burg und Stadt Scheer auch Gemmingen, die Burg Schatzberg bei Egelfingen, die Mühle und das Fischwasser in Krauchenwies, den Hof hinter der Martinskirche in Mengen, Güter in Hitzkofen und Bingen und den Burgstall (Bittelschieß) kaufte. Graf Hugo III. zog sich nun nach Tettnang zurück. Am 15. Juli 1291 verstarb König Rudolf von Habsburg in Speyer.

Historische Darstellung Rudolfs aus
dem 19. Jahrhundert in der Vorhalle
des Doms zu Speyer

Rudolf von Habsburg
Grabplatte im
Speyerer Dom

 
     
     
     
     
 
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