Einheitliche Verwaltung des Gebietes durch die Habsburger mit Sitz in Scheer  
     
 

Ab 1295 unterstand das ganze Gebiet einer einheitlichen Verwaltung mit einem Vogt als obersten Beamten und vermutlich mit Sitz in Scheer.
1300 wurden in einem „Redditus de Schere” (Güterverzeichnis) die Güter um Scheer, zu denen auch Ennetach gehörte, verzeichnet und 1303 in das Habsburger Urbar übernommen.

Die Stadt Scheer weist seither die Schneiderschere und einen Stern als Zeichen der königlichen Gerichtsbarkeit im Stadtwappen aus.

Stadtwappen Scheer

 
     
     
  Voget Schiltunch zu Schaere und anderswo  
  1311 nannte sich der Vogt der Habsburger, Schiltung, der seinen Hauptsitz in Scheer hatte, „Voget Schiltunch zu der Schaere und anderswo”.
1312 beurkundete der Vogt zwar weiter in Scheer, nannte sich fortan aber Vogt Schiltung von Sigmaringen.
 
     
     
     
  1309 stirbt Graf Hugo III. der Tettnanger Linie  
     
  Nachfolger wird sein Sohn Graf Wilhelm II. von Montfort und erhält das Pfandrecht über Scheer zurück
Wilhelm II. wird wegen seiner erfolgreichen Erweiterungspolitik auch "der Reiche" genannt. Er unterstützt im Thronstreit zunächst Friedrich von Habsburg gegen Ludwig den Bayern, ab 1320 unterstützt er Ludwig den Bayern.
 
     
     
  1314 Königswahl als Doppelwahl der Habsburger und Wittelsbacher  
  Nach dem Tod des Luxemburgers Heinrichs VII. setzte sich nach einer Doppelwahl 1314 der Wittelsbacher Ludwig der Bayer gegen die Habsburger durch.
1327 zog Ludwig der Bayer nach Italien und wird im darauffolgenden Jahr in Rom zum Kaiser gekrönt. Im Kampf des Kaisers gegen den Papst, dem letzten des Mittelalters, bestätigten die Kurfürsten im Kurverein von Rhense 1338, dass ein von ihnen gewählter König nicht vom Papst bestätigt werden müsse.
 
     
     
  1314 stellt sich Graf Wilhelm II. von Montfort auf die Seite der Habsburger
Herzog Leopold von Österreich, der sich 1314 in Mengen aufhielt, verpfändete ihm für 400 Mark Silber die Herrschaft Scheer
 
     
     
 

Die Grafschaft Friedberg wird an Wilhelm verpfändet
1315 verpfändete König Friedrich und dessen Bruder Herzog Leopold die Grafschaft Friedberg mit Ausnahme des Klosters Sießen an Wilhelm II.

1316 erhielt Wilhelm II. die Vogtei über Kloster Sießen

1319 erhielt Wilhelm II. durch sein politisches Geschick das Pfandrecht über Scheer zurück sowie das für die Grafschaft Friedberg hinzu

Kloster Sießen bei Bad Saulgau

 
     
     
  1320 wechselt Wilhelm II. die Parteien und unterstützt fortan Ludwig den Bayern
Dies hat zur Folge, dass der österreichische Herzog Leopold Tettnang teilweise zerstört. Wilhelm der II. zieht 1327 mit Ludwig nach Italien und übernimmt für kurze Zeit die Statthalterschaft von Mailand.
Im gleichen Jahr verkauft er sie teuer.
 
     
     
  1330 kaufte Graf Wilhelm II., der Herr zu Tettnang und Scheer, die Burg Landau und Ertingen und erbaute das Schloss Montfort in Langenargen  
     
 
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Schloss Montfort

Zur Zeiten der Römer standen auf einer Insel im See dicht nebeneinander zwei gewaltige Wachtürme. Im 14. Jahrhundert ließen die Grafen von Montfort an dieser Stelle die „Veste Burg Argen“ erbauen.

 

      Die Stadt und die Burg der Montforts wurden im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört, jedoch später wieder aufgebaut. Die Burg wurde in der Folgezeit zu einem Schloss ausgebaut (spätes 17. Jahrhundert)

   
 

Schloss Montfort, Langenargen

 
 
     
     
  1330–1356 war Ertingen Pfandbesitz der Grafen Montfort-Scheer
Wilhelm II. von Montfort erreicht bei Kaiser Ludwig dem Bayer, dass Ertingen im Jahre 1331 zur Stadt erhoben wird. Ihr wurde zudem ein Wochenmarkt verliehen.
 
     
 


Auszug aus einem Brief von Kaiser Ludwig dem Bayer an den Grafen Wilhelm II. von Montfort über Ertingen:
„dass er seinen Flecken […] vesten machen und soll, mit Mauren und Gräben, wie er will, als sein Statt“
 

 
     
  1332 wird die Ertinger Burg "Ende" urkundlich erwähnt
Sie soll auf dem Überried gelegen haben und war wohl auf den Grundmauern römischer Bauwerke aufgebaut. Um im Kriegsfall gesichert zu sein, erhielt Graf Wilhelm II. vom Kaiser die Erlaubnis, den Flecken zu einer befestigten Stadt auszubauen und auch Langenargen, wo er ein festes Schloss baute, zu befestigen.
 
     
     
     
  Das Jahr 1342 ist geprägt von Katastrophen und Endzeitstimmung  
  Nach Jahrzehnten mit starken Regenfällen veränderte im Juli 1342 ein katastrophaler Niederschlag endgültig den Westen Mitteleuropas. Feuchte Luft vom östlichen Mittelmeer führte zu sintflutartigem Regen und Hochwasser zwischen Donau und Elbe. Am 22. Juli ereignete sich die schwere Hochwasserkatastrophe, das "Magdalenenhochwasser".
Feuersbrünste, Überschwemmungen, Wanderheuschrecken und Pest folgten und brachten unsägliches Leid und Tod. Allein in der Donauregion starben mehr als 6000 Personen.
 
     
     
     
  1343 kamen der königstreue Graf Wilhelm II. der Herr zu Tettnang und Scheer und die Stadt Scheer in eine bedrohliche Situation
Eberhard der Greiner schlug den von den Österreichern unterstützten Grafen Konrad von Berg unterhalb des Hipfelsberges vernichtend. Nachdem sich dieser nach Mengen zurückgezogen hat, stürmte er die Stadt und schleifte sie zu Grund und Boden (er machte sie dem Erdboden gleich).
 
     
 
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1345 kam Graf Wilhelm II. in Konflikt mit König Ludwig von Bayern
 Er weigerte sich am Kriegszug teilzunehmen, den dessen Sohn, Herzog Stephan von Bayern, an den Bodensee unternahm.

 

Ludwig IV. der Bayer
geb. Ende 1281 Anfang 1282 in München, gest. 11. Oktober 1347 in Puch bei Fürstenfeldbruck) entstammte dem Haus Wittelsbach. Er war seit 1294 Herzog von Oberbayern und Pfalzgraf bei Rhein. Im Jahr 1314 trat er als Kandidat der Luxemburger Partei zur Wahl des römisch-deutschen Königs an.
Diese Wahl verlief aber nicht eindeutig, so dass es in der Folge zu einem Doppelkönigtum kam.

 

Krönung Ludwig des Bayern im Jahre 1328

     
 
     
     
  1346 wurde Karl IV. von Luxemburg zum Gegenkönig gewählt
 Im Sommer des Jahres 1346 wurde mit Unterstützung der Kurie und des französischen Königshofes der Luxemburger
Karl IV. nach weitreichenden Zugeständnissen an den Papst von fünf Kurfürsten in Rhens zum Gegenkönig gewählt.
 
     
     
 
Im Frühjahr 1347 begann schließlich der Kampf zwischen Ludwig IV. der Bayer und
Karl IV. von Luxemburg

In der anstehenden Entscheidungsschlacht zwischen den beiden Königen wäre Ludwig der Bayer wohl im Vorteil gewesen. Dies auch, weil die Habsburger und zahlreiche Freie und Reichsstädte und die Ritterschaft weiter auf seiner Seite standen.
Allerdings der Tod Ludwigs durch einen Schlaganfall auf der Bärenjagd in Puch bei Kloster Fürstenfeldbruck
am 11. Oktober 1347 einer Entscheidungsschlacht zuvor.
 

Karl IV. von Luxemburg

 
     
     
     
  Graf Wilhelm II. von Montfort wurde von König Karl IV. von Luxemburg begünstigt
Im Jahre 1347, nach dem Tode König Ludwig von Bayern, begünstigte Karl IV. von Luxemburg den Grafen Wilhelm II., dass er sich König Ludwig widersetzte, und bestätigte ihm alle Pfandschaften, die er vom Reich innehatte und übergab ihm noch zusätzlich 400 Mark Silber.
 
     
 
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