Graf Andreas von Sonnenberg

 

     
     
  Graf Andreas von Sonnenberg, der Sohn des Grafen Eberhard, wurde 1473  aus der Grafschaft Sonnenberg vertrieben
Graf Eberhard von Sonnenberg und Truchsess von Waldburg geriet 1470 wegen einer Silbermine am Arlberg mit Herzog Albrecht von Österreich in Streit. Darauf wurde der Sohn von Graf Eberhard, Graf Andreas vom Herzog aus der Grafschaft Sonnenberg (Vorarlberg) vertrieben. 1474 musste Graf Eberhard auf die Grafschaft Sonnenberg verzichten. Gegen den Willen des Papstes und des Herzogs Sigmund setzte Kaiser Friedrich den Sohn des Grafen Eberhard, den Grafen Otto von Sonnenberg zum Bischof von Konstanz durch.
 
     
     
 

Nach langen Kämpfen kaufte Herzog Siegmund von Österreich die Grafschaft Sonnenberg
per Vertrag vom 31. August 1474 mit Graf Eberhard I. um 34.000 Gulden zurück

Das letzte Geld aus diesem Verkauf erhielt erst viele Jahre später sein Erbe, Georg III., Truchsess von Waldburg-Zeil und Waldsee, der sich in den Bauernkriegen gegen die Bauern aufstellte.

Der Titel und das Wappen der Grafen Sonnenberg sind bis heute Bestandteil der Titel und Wappen aller Mitglieder des Hauses Waldburg.

 
     
     
 

1479 starb Graf Eberhard I. von Sonnenberg und hinterließ das Erbe an seine vier Söhne.
Graf Eberhard I. wurde in Scheer begraben.
Das Erbe des Grafen Eberhard I. wurde 1480 unter 3 Söhnen aufgeteilt, nachdem der 4. Sohn, Graf Otto von Sonnenberg, Bischof von Konstanz, auf das Erbe verzichtet hatte.

 
     
     
 

Graf Andreas von Sonnenberg war der dritte Sohn von Eberhard I. von Sonnenberg

Er erhielt nach dem Tode seines älteren Bruders Eberhard II. 1483 obige Herrschaften und im Jahr 1510 noch Mengen. Damit wurde er Grenznachbar der Grafen von Werdenberg.
Zwischen 1486 und 1509 verantwortet er maßgeblich die Gestaltung des Schlosses in Scheer und der dortigen Pfarrkirche St. Nikolaus.

Graf Andreas von Sonnenberg  
 
     
     
 

Graf Andreas von Sonnenberg erhielt nach dem Tod des Vaters die Grafschaft Friedberg und
die Herrschaft Scheer,
samt der Vogtei Sießen, Bachhaupten, Tavertsweiler, Osterdorf und Gunzenhausen.

 
     
     
 

1485 ließ Graf Andreas die frühmittelalterliche Burg abreißen und das noch heute gut erhaltene Schloss errichten

1486 trat Graf Andreas in die Dienste des
Kaisers Maximilian I., der in den Niederlanden, die ihm durch Heirat zufielen, Krieg gegen Frankreich führte. Bald zählte er zu dessen vornehmsten Räten und vorzüglichen Heerführern.

1487 heiratete  Graf Andreas in den Niederlanden auf Vermittlung des Kaisers eine vermögende Witwe. Als er feststellte, dass sie sich schon vorher heimlich mit einem jungen Kaufmann vermählte, den sie am Hof hielt, klagte der Graf beim Kaiser. Die Ehe wurde geschieden, die Frau wurde lebenslänglich in einem Turm eingemauert vermutlich in Scheer, wo sich Graf Andreas im Winter aufhielt.



Schloss Scheer

 
     
 
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1490 Graf Andreas war als Heerführer geachtet und in mehreren Kriegen beteiligt

1488 beim Flandrischen Aufstand war Graf Andreas als Feldoberst maßgeblich beteiligt. 1490 nahm Graf Andreas als Oberst im kaiserlichen Heer am Krieg gegen Ungarn teil, von wo aber die kaiserlichen Truppen wieder den Rückzug antraten.
Am 14. Februar 1488 wurde auf dem Reichstag in Esslingen am Neckar der Schwäbische Bund (auch Bund im Lande Schwaben) auf Veranlassung Kaiser Friedrichs III. als Zusammenschluss der schwäbischen Reichsstände gegründet. 1499 beteiligte sich Graf Andreas in den Diensten des Herzogs Eberhards II. von Württemberg, als Glied des Schwäbischen Bundes am Schweizer Krieg. (siehe auch Rütlischwur)

Rüstung des Grafen Andreas von Sonnenberg

 
 
     
     
  1492 heiratete Andreas von Sonnenberg Margareta von Starhemberg
Die Starhemberg sind ein ursprünglich aus Oberösterreich (Steyr, Steinbach) stammendes Hochadelsgeschlecht, seit 1643 Reichsgrafen, seit 1765 Reichsfürsten.
 
     
     
 

1493 hat Graf Andreas von Sonnenberg seine Güter erheblich vermehrt

Er wird Senior des Hauses Waldburg
Er erhielt die Hinterlassenschaft seines verstorbenen Bruders Eberhard II. die Herrschaft Bussen samt Munderkingen, Nusplingen und Kallenberg.

Durch den 1504 erfolgten Tod des Truchsessen Johannes des Älteren war Graf Andreas zum Senior des Gesamthauses Waldburg geworden.

  Bussen um 1589
 
     
     
  1486 bis 1509 nimmt Graf Andreas seinen Wohnsitz in Scheer
Von 1486 bis 1509 baute Graf Andreas das Schloss Scheer und die Kirche um. Er nahm Wohnung im Schloss in Scheer.
 
     
     
  Graf Andreas unterstützt den Grafen Johann von Zimmern gegen die Werdenberger im Streit um die Stadt Meßkirch
1502 war Graf Andreas unter den vielen Adligen, die den Grafen Johann von Zimmern unterstützten, als dieser den Werdenbergern die Stadt Meßkirch mit Gewalt abnahm. Die Grafen von Zimmern lagen mit den Werdenbergern in Fehden.
 
     
     
  Graf Andreas kam 1504 kurzzeitig in München in Gefangenschaft.
Graf Andreas und dessen Bruder Johannes dienten auf Seiten des Bayernherzogs im pfälzisch-bayerischen Erbfolgekrieg. Mit 1000 Landsknechten schlugen sie in München die Rebellion des Fußvolkes und zwangen danach Erding zur Übergabe an den Herzog. Darauf wurde Graf Andreas gefangen genommen.
 
     
 
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Im Juli 1505 nahm Graf Andreas am Kriegszug gegen Geldern teil.
Er weilte im Juli 1505 als Gefolgsmann des Herzogs Ulrich von Württemberg auf dem Reichstag zu Köln.
Nach diesem Kriegszug kehrte Graf Andreas nach Scheer zurück

 
     
     
 

Neubau des Schlosses Scheer auf den Resten der alten Burganlage
Inzwischen war dort der Neubau des Schlosses als mächtige spätgotische Anlage vollendet. Die alte Burganlage an gleicher Stelle wurde abgerissen.

Bau der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus
Am 8. Oktober 1505 konnte vom Konstanzer Bischof die Schlosskapelle und die ebenfalls fertig gestellte Stadtpfarrkirche Sankt Nikolaus geweiht werden .

 

Stadt Scheer mit dem Schloss der Fürsten von Thurn und Taxis
Lithographie, Anfang 19. Jahrhundert

 
     
     
   
     
 

Schloss Scheer wurde auf dem Felsen unter optimaler Nutzung der Fläche nach obigem Grundrissplan erstellt.

 
     
     
 
1511 wird Graf Andreas Herr der Burg Kallenberg bei Tuttlingen 

Diese war Besitz der Grafen von Hohenberg einem bedeutenden schwäbischen Adelsgeschlecht. Diese waren aber überschuldet und mussten die zahlreiche Besitztümer verkaufen:
Burg Kallenberg bei Tuttlingen  
 
     
  1381 wird die Burg an das Haus Habsburg verkauft. In der Folgezeit kommt es zu zahlreichen Pfandbesitzern: unter anderen an die von Kallenberg, die Truchsessen von Waldburg (1401-1695), Ulm-Erbach (seit 1702 Pfand- und Mannlehenbesitz). Seit rund 1800 kommt es zum langsamen Zerfall der Burg. 1907 gelangt die Ruine in den Besitz des Freiherrn von Ow-Wachendorf. Seit 1974 befindet sie sich im Eigentum des Landkreises Tuttlingen.  
     
     
 
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