Am 10. Mai 1511 ermordete Felix von Werdenberg Graf Andreas von Sonnenberg

 
     
     
 
Das überlieferte Mordmotiv
Die persönliche Feindschaft zwischen Felix von Werdenberg und Andreas von Sonnenberg, ab 1510 der
4. Reichsgraf, erreichte am 2. März 1511 anlässlich der Hochzeit des Herzogs Ulrich von Württemberg mit Herzogin Sabina von Bayern in Stuttgart ihren Höhenpunkt. Andreas von Sonnenberg hatte Felix von Werdenberg in aller Öffentlichkeit vor der anwesenden Festgesellschaft wegen seiner kleinen Statur beleidigt.
  Dies bewog Graf Felix dazu, Graf Andreas ermorden zu lassen
Unter einem Vorwand scharrte Graf Felix Knechte seines Schwagers, des Freiherren Johannes Werner von Zimmern d. J. zu Meßkirch um sich, sowie den Forstmeister seines Bruders Graf Christoph von Werdenberg zu Sigmaringen
 
     
     
 

Als Andreas von Sonnenberg am Nachmittag des 10. Mai 1511 zusammen mit drei Knechten und seinem Hauskaplan vom Bussen nach Scheer ritt,

fiel Felix in der weiten Ebene zwischen Hundersingen und Mengen über den nur mit Jagdwaffen bewaffneten Andreas her.

Nachdem Felix’ Schergen auf ein Zeichen hin mit Armbrüsten auf Graf Andreas schossen und auf die Gruppe einhieben, floh dieser durch das Herbertinger Ried.

Seine Verfolger setzten ihm jedoch nach und ermordeten ihn mit zwanzig Lanzen- und Schwertstichen.

Seine Leiche wurde nach Scheer überführt und in der Pfarrkirche beigesetzt; dort wurde ihm ein Epitaph errichtet.

Heute befindet sich am Ort des Geschehens eine Gedenkstätte.

 
     
     
 

Am 10. Mai 1511 wurde Graf Andreas nach Streitigkeiten mit Graf Felix von Werdenberg-Sigmaringen (Montfort) im Herbertinger Ried nach einem Jagdausflug ermordet.
Mit seinem Tod erlosch die Eberhardinische Linie der Waldburger in Scheer.

 
     
     
 

Burg Wildenstein

Freiherr Zimmern
Federzeichnung aus dem Codex 593a

 
     
     
 

Die Burg Wildenstein
kam dadurch ins Spiel, dass Johannes Werner von Zimmern, den Herren von Meßkirch, dem Familienmitglied der Werdenberger, Felix von Werdenberg, die eben noch verfeindete Familien waren, Unterschlupf auf der Burg gewährte. So musste dieser nicht in Schloss Sigmaringen, dem Stammschloss seiner Familie, Aufenthalt nehmen.

 

Johannes Werner von Zimmern
wurde so in den Mord an Andreas von Sonnenberg verwickelt, da er dem Mörder, Felix von Werdenberg, in der Nacht vor dem Mord Unterschlupf auf dem Wildenstein gewährt hatte. Von dem Wildenstein aus konnte dieser heimlich die Bewegungen des Andreas von Sonnenberg auskundschaften und am Morgen des 10. Mai von dort aus zu seiner Tat aufbrechen.

 
     
 
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Sybilla von Sonnenberg
war die einzige Tochter des Grafen Andreas von Sonnenberg
Sie war mit einem Nachkommen der Jakobinischen Linie, mit Wilhelm Truchsess zu Waldburg-Trauchburg dem Älteren, vermählt.

 
     
 
 

Wilhelm der Ältere, Freiherr zu Waldburg, Herr zu Scheer und Trauchburg
(1469 - 17. März 1557)

begraben in der Schlosskirche in Scheer im spätgotischen Schloss mit seiner Gemahlin, Sybilla von Sonnenberg

Von 1521 bis 1525 war Wilhelm der Ältere vom Kaiser eingesetzter Statthalter von Württemberg. Für seine Leistungen wurde der Truchsess aus dem Haus Waldburg zum Reichserbtruchsessen ernannt. Der Familienbesitz soll bereits seit den Zeiten seines Großvaters Jakob I. verschuldet gewesen sein, so dass er sich in der Folgezeit auf Schloss Trauchburg zunächst der Sanierung der Familienfinanzen widmete. 1509 wurde er zum obersten Feldhauptmann des Schwäbischen Bundes, später zum Bundesrat.

Wilhelm der Ältere verstarb am 17. März 1557
Er ist in der Schlosskirche zu Scheer an der Seite seiner Gemahlin
Sybilla von Sonnenberg
 beigesetzt

  Unter Kaiser Maximilian I. stieg Wilhelm zum kaiserlichen Rat auf, und dessen Nachfolger Karl V. setzte ihn nach der Vertreibung Ulrichs aus Württemberg zunächst vorübergehend, ab 1521 dauerhaft zum Statthalter von Württemberg ein.
 
     
     
  Im Vorfeld des deutschen Bauernkrieges ereilte Wilhelm ein Schlaganfall. Deswegen legte er 1525 die Statthalterschaft über Württemberg nieder. Diese ging an seinen Vetter Georg III., den Bauernjörg, über. Nach dem Tod von Georg III. 1531 übernahm der weiterhin gesundheitlich angeschlagene Wilhelm wieder verschiedene Ämter in Württemberg. Erst um 1550 zog sich Wilhelm der Ältere aus den politischen Ämtern zurück und übertrug seinem Sohn Wilhelm dem Jüngeren die Regierung seiner Herrschaften.  
     
     
 

Ab 1511 regierte Truchsess Wilhelm der Ältere zu Truchsess zu Waldburg-Trauchburg in Scheer
Unter seiner Herrschaft wurde erstmals ein „Leibaigenleuthbuch“ angelegt, in dem alle Leibeigenen aufgeführt waren und das fortlaufend ergänzt wurde.

 
     
 

Wilhelm von Waldburg-Trauchburg, der Ältere (1504 - 1557) war verehelicht mit der Erbin Sibylla, Tochter von Andreas von Sonnenberg

 
     
 
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Die Bauernkriege um 1525

Die Bauern mit ihren Zwölf Artikeln von Memmingen erstmals fest umrissene Forderungen formulierten, welche als frühe Formulierung von Menschenrechten zählen. Die Zwölf Artikel gehören zu den Forderungen, die die Bauern im deutschen Bauernkrieg 1525 in Memmingen gegenüber dem Schwäbischen Bund erhoben. Sie gelten als die erste Niederschrift von Menschen- und Freiheitsrechten in Europa, und die zu den Zwölf Artikeln führenden Versammlungen gelten als erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden.

 
     
     
 

Georg III. von Waldburg-Zeil und Waldsee
"der Bauernjörg"

Nach der Ermordung des Grafen Andreas fielen 1511 das Sonnenbergische Herrschaftsvermögen an Georg III. von Waldburg-Zeil und Waldsee (dem Bauernjörg) zu. Dieser war in erster Ehe verheiratet mit der Erbin Apollonia, Tochter von Johann von Waldburg-Sonnenberg.

Als Bauernjörg wurde Georg vor allem durch seine Rolle im Bauernkrieg berühmt und wegen seines grausamen und erbarmungslosen Durchgreifens gegen die aufständischen Bauern gefürchtet.

Als im Jahre 1525 in Deutschland der Bauernkrieg begann, war der Großteil der kaiserlichen Truppen in den italienischen Kriegen gebunden. Nur unter großen Anstrengungen gelang es Georg III. von Waldburg 4.000 Landsknechte zu rekrutieren und diese, entgegen ihren Überzeugungen und unter zahlreichen Desertionen, gegen die Bauern zu führen. Solange er keine Chance auf einen militärischen Sieg sah, schloss er Verträge mit den Bauern (z. B. Vertrag von Weingarten), die ihnen zwar leichte Verbesserungen brachten, an ihrer grundlegenden Situation aber nichts änderten und die Stellung der Herrschenden festigten.

Erst als nach dem Sieg in der Schlacht bei Pavia massenweise arbeitslose Kriegsveteranen nach Süddeutschland zurückkehrten, strömten genügend Landsknechte seinen Werbern zu. Unter seiner Führung wurde nun ein Bauernhaufen nach dem anderen zerschlagen. Die Quellen nennen insgesamt 70.000 bis 130.000 Tote.

Georg III. von Waldburg-Zeil und Waldsee
"der BauernjörgGeorg III. Truchsess von Waldburg-Zeil erhielt nach dem Aufstand einen Großteil der Gebiete, in denen Bauernaufstände niedergeschlagen worden waren, und kassierte Lösegelder.

 
     
     
 

1525 Schlacht bei Böblingen

Am 12. Mai1525 werden die Bauern in der Schlacht bei Böblingen durch das militärisch weit überlegene Söldnerheer des Schwäbischen Bundes unter Georg Truchsess Georg III. von Waldburg ("Bauernjörg") vernichtend geschlagen.
Im Bauernkriegsmuseum in Böblingen ist die Schlacht in einem Zinnfigurendiorama nachgestellt:

 
     
     
 

Ausschnitte aus dem
Zinnfigurendiorama im Bauernkriegsmuseum in Böblingen

 
     
 

die überlegenen berittenen Söldnertruppen des schwäbischen Bundes
(Fotos Löblein)

die Bauern
(Fotos Löblein)  
 
     
     
 
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